Metakommunikation

Kommunikation läuft zwangsläufig immer auf zwei Ebenen ab: auf der Ebene der eigentlichen Mitteilung und der Ebene der Metakommunikation . Nach IBW, Gesprächstechniken der Paar- und Familientherapie, S.119, ist die Metakommunikation eine Mitteilung über die Mitteilung, oder, wie es in anderen Quellen heißt, das Phänomen der Metakommunikation bedeutet Kommunikation über Kommunikation, also eine "Auseinandersetzung über die Art, wie wir miteinander umgehen, und über die Art, wie wir die gesendeten Nachrichten gemeint und die empfangenen Nachrichten entschlüsselt und darauf reagiert haben". (Schulz von Thun).

Man unterscheidet zwischen impliziter und expliziter Metakommunikation. Die implizite Metakommunikation ist in der normalen Kommunikation schon mit dem "So-ist-das-gemeint-Anteil" enthalten. Die explizite Metakommunikation ist (wie gesagt) die Kommunikation über die Kommunikation. Die Kommunikation wird mit Abstand, bzw. aus einer anderen Perspektive heraus analysiert. ("Feldherrenhügel" nach LANGER)

Sinn der Metakommunikation ist es, die Wahrheit der Situation zu fördern, indem man mit gezielten Fragen Aussagen zur Situation bekommt. Allgemein dreht sich die Metakommunikation hauptsächlich um die Fragen: "Was geht jetzt in mir vor? Wie erlebe ich dich? Was spielt sich zwischen uns ab?" Man erhält in der Metakommunikation Aussagen über:

- Den Zustand und die Absichten des Senders

"Ich bin unsicher, ob das stimmt."

- Den Zustand und das Verständnis des Empfängers

"Verstehst du, was ich meine?"

- Die Beziehungen zwischen den Kommunikationspartnern

"Als Freunde können wir offen miteinander reden."

- Den Inhalt der auszutauschenden Mitteilungen

"Verträgst du die volle Wahrheit?"

- Die Form der auszutauschenden Mitteilungen

"Das sollten wir schriftlich fixieren."

(Horst Avenarius, Was ist Metakommunikation? PR Forum 6. Jg. (2000), Nr. 2, S. 46 )

Das zweites Axiom von Paul Watzlawick lautet: "Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den anderen bestimmt und daher eine Metakommunikation ist." Somit verfügt jede Mitteilung nicht nur über einen bestimmten Inhalt, sondern auch über "einen Hinweis darauf, wie ihr Sender sie vom Empfänger verstanden haben möchte. Sie definiert also, wie der Sender die Beziehung zwischen sich und dem Empfänger sieht und ist in diesem Sinn seine persönliche Stellungnahme zum anderen." Watzlawick stellt daher fest, dass jedermann, der kommuniziert, gleichzeitig auch metakommunizieren muss (Menschliche Kommunikation 1990) .

Und so, wie in der "normalen" Kommunikation der metakommunikative Anteil zum besseren Verständnis der Botschaft beiträgt, wird im Rahmen der destruktiven Kommunikation der metakommunikative Anteil für entsprechend destruktive Zwecke ausgenützt: "Wie du das schon wieder gesagt hast!" "Allein dein Tonfall zeigt, daß du das ganz anders gemeint hast!" "Dein Gesichtsausdruck spricht Bände!"
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